Zahnmedizinische Fachangestellte

Der Ausbildungsberuf

Zahnmedizinische Fachangestellte sind in der Assistenz bei Diagnostik und Therapie sowie in Praxisorganisation und -verwaltung tätig. Am Empfang sind sie die/der erste Ansprechpartner/in für Patienten, Krankenkassen und Labore. Sie betreuen Patienten, vereinbaren und verwalten Termine, dokumentierten Behandlungsabläufe und erfassen die erbrachten Leistungen für die Abrechnung mit Krankenversicherungen und Laboren. Im Behandlungszimmer bereiten sie Instrumente und Materialien vor und assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen, indem sie zum Beispiel auf Anweisung des Zahnarztes Füllungsmaterial anrühren oder Abdrücke nehmen. Sie führen Hygienemaßnahmen durch, erstellen Röntgenaufnahmen und haben Kenntnisse im Umgang mit Arznei- und Heilmitteln. Nach der zahnmedizinischen Behandlung reinigen sie die Arbeitsflächen und sterilisieren die zahnmedizinischen Instrumente. Zu ihren Tätigkeiten gehört auch die Aufklärung der Patienten über Karies- und Parodontalprophylaxe und die Anleitung zur richtigen Mundhygiene. Außerdem wirken sie kontinuierlich bei Maßnahmen des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung mit.

Welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss als Einstiegsvoraussetzung für die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten vorgeschrieben. Die Praxen stellen überwiegend Auszubildenden mit einem mittleren Schulabschluss ein, was bedeutet: Sie sollten mindestens einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss einer allgemeinbildenden Schule vorweisen.

Außerdem sind folgende Eigenschaften gefragt:

  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Freude am Arbeiten im Team

  • verantwortungsbewusstes Arbeiten

  • Hilfsbereitschaft und Einfühlungsvermögen

  • guter Gesundheitszustand

  • Interesse an Fort- und Weiterbildung

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Sie kann bei besonders guten Leistungen auf 2 oder 2,5 Jahre verkürzt werden.
Auszubildende mit Allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife haben seit Sommer 2019 die Möglichkeit, die Dauer der Ausbildungszeit direkt auf zwei Jahre zu verkürzen.

Lernort Schule

Allgemeines

Im Rahmen der Ausbildung besuchen alle Auszubildende aus dem Kammerbezirk der Zahnärztekammer Nordrhein die Berufsschule für Zahnmedizinische Fachangestellte am Robert-Schmidt-Berufskolleg.

Der Berufsschulunterricht findet sowohl vormittags als auch nachmittags statt. In der Regel werden zwischen 10 und 12 Unterrichtsstunden pro Woche erteilt, die sich auf zwei Tage verteilen.

Gemeinsame Zielsetzungen

In Anlehnung an die Lehrpläne und Richtlinien ist es unser Ziel, unsere Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung einer breiten beruflichen Handlungskompetenz möglichst vielfältig zu unterstützen. Handlungskompetenz bedeutet, dass die Schülerinnen fähig sind, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht und durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Mit Hilfe eines modernen, an den Besonderheiten einer Zahnarztpraxis orientierten Unterrichts sollen die Auszubildenden befähigt werden

  • ihr Handeln unter Berücksichtigung der Praxisbelange auf die Patienten auszurichten

  • im Praxisteam zu kommunizieren und zu kooperieren

  • Arbeitsabläufe zu organisieren

  • selbständig und verantwortungsbewusst zu arbeiten

  • qualitätsbewusst zu handeln und dabei die informationstechnologischen und organisatorischen Mittel und Medien zu nutzen.

Unterrichtsinhalte

Die Ausbildungspraxis, die Berufsschule und vor allem Sie selbst als Auszubildende tragen dafür Sorge, dass Sie Fähigkeiten erwerben, die für den Beruf der/des Zahnmedizinischen Fachangestellten notwendig sind. In der Berufsschule werden Ihnen diese Kompetenzen in den folgenden berufsbezogenen Unterrichtsfächern vermittelt:

  • Zahnmedizinische Behandlungsassistenz (ZMA)

  • Zahnärztliche Leistungsabrechnung (ZLA)

  • Rechts- und Wirtschaftsbeziehungen (ZRW)

  • Praxismanagement (ZPM)

  • Datenverarbeitung

  • Englisch

In diesen Bereichen werden Ihnen u. a. Kenntnisse über die zahnmedizinischen Behandlungsabläufe und deren Dokumentation vermittelt. Aufklärung über Mundhygiene und Möglichkeiten der professionellen mechanischen Zahnreinigung werden Teil Ihrer Ausbildung sein. Sie lernen Abrechnungsvorschriften und deren Anwendung bei der Abrechnung zahnärztlicher Leistungen kennen. Dabei ist der freundliche und sichere Umgang mit Patienten von besonderer Bedeutung. Auch werden Ihnen grundlegende Kenntnisse in der Verwaltung einer Zahnarztpraxis wie z. B. Terminplanung, Postbearbeitung Materialbeschaffung, Abschluss von Kaufverträgen usw. vermittelt.

Neben den berufsbezogenen Bereichen werden Ihre Kompetenzen in folgenden berufsübergreifenden Bereichen vertieft:

  • Deutsch/Kommunikation

  • Politik

  • Religion

  • Sport/Gesundheitsförderung

Im Differenzierungsbereich bieten wir Ihnen vertiefende Kenntnisse im Umgang mit zahnärztlicher Software und für die Zahnarztpraxis sinnvolle Standardsoftware an.

Zeitliche Zuordnung

Die Lernfelder und ihre Zuordnung zum Ausbildungsjahr

Bildungsgang Zahnmedizinische Fachangestellte/Zahnmedizinischer Fachangestellter

 

Zahnmedizinische Assistenz

Leistungsabrechnung

Rechts- und Wirtschaftsbeziehungen

Praxismanagement

 

1. Jahr

 

LERNFELD 3

Praxishygiene organisieren

 

LERNFELD 4

Kariestherapie begleiten

 

LERNFELD 5

Endodontische Behandlungen begleiten

 

LERNFELD 1

Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren

 

LERNFELD 2

Patienten empfangen und begleiten

 

2. Jahr

 

LERNFELD 7

Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten

 

LERNFELD 8

Chirurgische Behandlungen begleiten

 

LERNFELD 9

Wren beschaffen und verwalten

 

LERNFELD 6

Praxisabläufe organisieren

 

3. Jahr

 

LERNFELD 11

Prophylaxemaßnahmen planen und durchführen

 

LERNFELD 10

Behandlungen von Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnhalteapparates begleiten; Röntgen- und Strahlenschutzmaßnahmen vorbereiten

 

LERNFELD 12

Prothetische Behandlungen begleiten

 

LERNFELD 13

Praxisprozesse mitgestalten

 

Eingeführte Lehrbücher

Schuljahr 2020/2021

Zum Ausdrucken oder Herunterladen:

Bücherliste 2020_2021

Lernort Betrieb

Ihre Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten kann in einer Zahnarztpraxis, kieferchirurgischen, kieferorthopädischen Praxis oder in einer Zahnklinik stattfinden. Voraussetzung ist ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag mit einer Ausbildungspraxis. Dieser muss bei der Zahnärztekammer Nordrhein vorgelegt und eingetragen werden, denn diese übernimmt die „Überwachung“ Ihrer Ausbildung.

Arbeitsmöglichkeiten nach abgeschlossener Ausbildung

Nach dem erfolgreichen Abschluss Ihrer Ausbildung bieten sich sowohl im Behandlungs- und als auch im Verwaltungsbereich viele Einsatzmöglichkeiten.

Nicht nur Zahnarztpraxen oder Zahnkliniken benötigen versierte Zahnmedizinische Fachangestellte, Stellenangebote finden sich auch im öffentlichen Gesundheitswesen, in Dentallaboren, bei Krankenkassen und in Abrechnungszentren.

Prüfungen und Abschlüsse

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung wird nach 1 1/2 Ausbildungsjahren - im Februar des zweiten Ausbildungsjahres - schriftlich abgelegt. Sie dauert insgesamt 120 Minuten. Die Teilnahme an dieser Prüfung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Abschlussprüfung

Die Ausbildung endet mit der Ablegung der Abschlussprüfung vor der Zahnärztekammer Nordrhein. Sie besteht aus einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung.

Beide Teile müssen unabhängig voneinander bestanden werden!

Während der schriftlichen Abschlussprüfung zeigen Sie Ihr erworbenes Wissen in einzelnen Prüfungsklausuren in den berufsbezogenen Fächern. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, den Röntgenschein zu erwerben. Ungefähr sechs Wochen später erfolgt eine praktische Prüfung, die von Prüfern der Zahnärztekammer abgenommen wird.

Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden.

Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Besonders engagierte Auszubildende mit einem dreijährigen Ausbildungsvertrag können ihre Ausbildung bei guten und sehr guten Leistungen verkürzen, wenn der Ausbilder damit einverstanden ist.

Die Ausbildung verkürzt sich

  • um ein halbes Jahr, wenn die schulischen Leistungen nach dem 2. Ausbildungsjahr (nach der Mittelstufe) in den prüfungsrelevanten Unterrichtsfächern im Notendurchschnitt 2,2 betragen

  • um ein ganzes Jahr, wenn die schulischen Leistungen nach dem ersten Ausbildungsjahr (nach der Unterstufe) in den prüfungsrelevanten Unterrichtsfächern im Notendurchschnitt 2,0 betragen.

Prüfungsrelevante Unterrichtsfächer sind Zahnmedizinische Assistenz (ZMA), Zahnärztliche Leistungsabrechnung (ZLA), Rechts- und Wirtschaftsbeziehungen (ZRW) und Praxismanagement (ZPM).

Schülerinnen und Schüler, die einen zweijährigen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, sind von dieser Notenvorgabe nicht betroffen.

Das Robert-Schmidt-Berufskolleg unterstützt die Verkürzung der Ausbildung durch besonderen Förderunterricht bzw. durch die Einrichtung von „Verkürzerklassen“.

Lossprechung

Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Sie in einem feierlichen Akt

  • von Ihrer Berufsschule ein Abschlusszeugnis

  • von der Zahnärztekammer Nordrhein Ihre Urkunde und Ihr Prüfungszeugnis.

Aktuelle Prüfungstermine

Hier finden Sie die Prüfungstermine der Zahnärztekammer Nordrhein.

Aktivitäten

Fort- und Weiterbildungen

Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Ausbildung zur/zum Zahnmedizinischen Fachangestellten haben sie die Möglichkeiten, an verschiedenen Fortbildungen teilzunehmen und sich so weiter zu qualifizieren.

Zahnmedizinische Fachassistentin/Zahnmedizinischer Fachassistent (ZMF)

Durch die Fortbildung zur/zum ZMF werden Kenntnisse in allen praxisrelevanten Bereichen vertieft. Die/der ZMF erstellt z. B. Abrechnungen zahnmedizinischer Leistungen und führt eigenständig unter Verantwortung des Zahnarztes am Patienten Maßnahmen der Prophylaxe durch. Außerdem wirkt die/der ZMF an der Ausbildung neuer Zahnmedizinischer Fachangestellter mit.

Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin/Zahnmedizinischer Prophylaxeassistent (ZMP)

Die/der Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin/Prophylaxeassistent ist die Fachkraft für die zahnmedizinische Vorsorge. Sie führt Prophylaxemaßnahmen bei Kindern und Erwachsenen durch. Dabei arbeitet sie überwiegend selbständig, aber in engem Kontakt zu dem Zahnarzt. Sie führt z. B. professionelle Zahnreinigungen durch und motiviert Patienten zur Mundhygiene.

Dentalhygienikerin/Dentalhygieniker

Voraussetzung für die Aufstiegsfortbildung zur Dentalhygienikerin/zum Dentalhygieniker ist die Teilnahme an der Fortbildung zur/zum ZMF oder ZMP.

Die Dentalhygienikerin hat bei der nichtchirurgischen Parodontaltherapie folgende Aufgabengebiete:

  • Aufklärung der Patienten über das Thema Mundhygiene zur Vermeidung von oralen Krankheiten

  • Diagnose von oralen Erkrankungen und Erfassung von intraoralen Befunden

  • Therapie oraler Erkrankungen sowie Durchführung therapeutischer Maßnahmen im Rahmen der Parodontitistherapie

  • Nachsorge bei den Patienten

All diese Aufgaben erfolgen immer unter der Aufsicht, der Delegation und der Verantwortung des Zahnarztes.

Weitere Informationen über die Fort- und Weiterbildung finden Sie auf der homepage der Zahnärztekammer Nordrhein:
https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/fuer-die-praxis-beruf-wissen/offene-baustein-fortbildung-obf/

Interessante Links

Weitere Informationen über die Fort- und Weiterbildung finden Sie auf der homepage der Zahnärztekammer Nordrhein:
https://www.zahnaerztekammernordrhein.de/fuer-die-praxis-beruf-wissen/offene-baustein-fortbildung-obf/

Anmeldung

Voraussetzungen

Eine Anmeldung kann erst erfolgen, nachdem der Ausbildungsvertrag unterschrieben wurde.

Neues Anmeldeverfahren

Ab sofort erfolgen auch die Anmeldungen zur Berufsschule über das zentrale Portal "SchülerOnline".

Das neue Verfahren gilt nicht für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse!

Bevor Sie Ihre neuen Auszubildenden zur Berufsschule anmelden können, müssen Sie sich einmalig als Betrieb oder Praxis unter www.schueleranmeldung.de registrieren.

Eine Anmeldung durch den Auszubildenden/ die Auszubildende sollte möglichst vermieden werden.

>> Informationsblatt der Stadt Essen für Ausbildungsbetriebe

Bewerbungsunterlagen